Kurzchronik 900-Jahr-Feier  

Kurzchronik


Kleine Chronik von Pleizenhausen
( aus der Festzeitschrift zur 900-Jahr-Feier im Juli 1998 )

 

Pleizenhausen wurde erstmals urkundlich in einem Güterverzeichnis des St. Simeonsstifts zu Trier im Jahre 1098 erwähnt. Doch ist anzunehmen, dass sich auf dem Gebiet der heutigen Gemarkung schon viel früher menschliche Siedlungen befanden, denn im Südwesten, vom Ort aus gesehen, stößt man heute noch auf den Äckern auf Reste einer ehemaligen römischen Villa. Auch traten bei Straßenbauarbeiten die Steine einer schon lange vermuteten Römerstraße zu Tage.

1251 hatte König Wilhelm von Holland ein Heerlager zu Pleizenhausen, von wo aus er weiter nach Boppard zog. In der Folgezeit wechselte die Zugehörigkeit von Pleizenhausen häufig.


1263
verkaufte der Ritter Eberhard von Sütersten den Pleizenhausener Brühl an das Zisterzienserkloster Kumbd. Die Grafen von Sponheim teilten sich mit den Herren von Stein Kallenfels die 24 Lehen zu gleichen Teilen. Jedem stand die Hälfte der Gerichtsfälle, Bußen und Frevel zu.


Im Jahre 1400 belehnte der Pfalzgraf Rupprecht den Dietmar von Reifenberg mit dem Zehnten von Pleizenhausen.

1500 gab es in Pleizenhausen 20 Hofstätten und war in die Gerichtsbarkeiten Kurpfalz, Sponheim Kastellaun sowie die Stein-Kallenfelser und die Schmidtburger aufgeteilt.

Seit 1673 gab es eine Schule in Pleizenhausen, die für die Dörfer Bergenhausen, Pleizenhausen, Rayerschied und Altweidelbach zuständig war.


Häufig kam es zu Streitigkeiten zwischen Eltern, Lehrern und geistlicher Schulaufsicht über Schulbesuchszeiten und Lehrerbesoldung. 1738 schieden die Altweidelbacher wegen des weiten Schulweges aus dem Verbund aus.
Bis 1824 war die Schule im sogenannten Alten Gebäude, das neben der Kirche stand, untergebracht. Es handelte sich um ein großes Stallgebäude, in dessen Obergeschoss sich der Schulsaal befand. Danach errichtete man gegenüber dem damaligen Pfarrhaus ein kleines Schulgebäude mit Lehrerwohnung, welches 1911 ausgedient hatte, weil ein neues, für damalige Verhältnisse komfortableres Schulhaus in Betrieb genommen wurde. 1971 wurde in dieser Schule letztmalig unterrichtet.

 



An der Stelle, auf der die 1793 errichtete Kirche steht, befand sich schon in den Jahrhundertwenden vorher eine Kirche, die dem Heiligen Wendelinus geweiht war.

1706 kam diese Kirche in den Besitz der Reformierten. Die Katholiken errichteten weiter südlich 1772 eine eigene, die heutige Wendelinuskapelle.

Im zweiten Weltkrieg gerieten 1943 währen eines Luftkampfes drei landwirtschaftliche Anwesen durch Leuchtspurgeschosse in Brand.

 

Zwischen Bergenhausen und Pleizenhausen gab es ein Lager des Reicharbeitsdienstes, welches 1945 durch Bomben völlig zerstört wurde.

In den sechziger und den siebziger Jahren wurde der Ort ausgesprochen häufig von Brandkatastrophen heimgesucht, so dass man meinen konnte, der alte Name Blitzenhusen würde wie ein Verwünschung in die Gegenwart wirken.
Das 1945 durch Bomben zerstörte Reichsarbeitsdienstlager

Im Juli 1998 feierte die Gemeinde ihr 900-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Bilder der Feierlichkeiten, an die man sich noch heute gerne erinnert, sind in der Rubrik 900-Jahr-Feier zu sehen.